XRechnung

XRechnung ist der verpflichtende elektronische Rechnungsstandard der öffentlichen Verwaltung in Deutschland für Business-to-Government-Geschäfte (B2G), basierend auf der europäischen Norm EN 16931. Es handelt sich um ein reines XML-Format (Syntax UBL oder CII) ohne sichtbares Layout, ausgelegt auf die Dunkelverarbeitung durch die Kreditorenbuchhaltung öffentlicher Auftraggeber. Seit November 2020 ist die XRechnung für Rechnungen an die meisten Bundesbehörden vorgeschrieben, zunehmend auch an Landes- und Kommunalbehörden.

Das Wichtigste in Kürze

  • XRechnung ist ein reines XML-Rechnungsformat auf Basis der EN 16931. Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland ist es vorgeschrieben.
  • Anders als ZUGFeRD bietet XRechnung kein menschenlesbares PDF-Layout. Das Format ist ausschließlich darauf ausgelegt, dass die Kreditorensysteme der öffentlichen Verwaltung es maschinell verarbeiten.
  • Jede XRechnung braucht eine Leitweg-ID. Dieser Weiterleitungscode identifiziert den genauen Empfänger im öffentlichen Sektor.
  • Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen deutschen B2B-Unternehmen strukturierte, EN-16931-konforme E-Rechnungen empfangen können; die Pflicht zum Ausstellen greift erst später, gestaffelt nach Umsatz (2027 für größere Unternehmen, 2028 für die übrigen). Das erhöht die Bedeutung von XRechnung und ZUGFeRD gleichermaßen.
  • Lieferanten übermitteln XRechnungen über zugelassene Verwaltungsportale oder das Peppol-Netzwerk, nicht als E-Mail-Anhang.

Was ist die XRechnung?

Die XRechnung ist der deutsche Standard für elektronische Rechnungen an öffentliche Auftraggeber und beruht auf der europäischen Norm EN 16931. Es handelt sich um ein reines XML-Format, das in den Syntaxen UBL oder CII vorliegt und die Rechnungsdaten als strukturierte Datenfelder überträgt, nicht als gedrucktes Layout. Die Kreditorenbuchhaltung der öffentlichen Verwaltung liest die XML-Datei direkt ein. Deshalb gibt es keine sichtbare Rechnung zum Öffnen und Prüfen: Die Daten selbst sind die Rechnung.

Entwickelt hat das Format die KoSIT, die deutsche Koordinierungsstelle für IT-Standards. Seit November 2020 müssen die meisten Einrichtungen der Bundesverwaltung ihre Rechnungen so stellen. Mehrere Bundesländer und Kommunen haben seither über eigene E-Rechnungs-Gesetze gleichwertige oder strengere Anforderungen eingeführt.

So funktioniert die XRechnung

Jede XRechnung folgt einem festen Datenschema mit Pflicht- und bedingten Feldern: Angaben zu Verkäufer und Käufer, Rechnungspositionen, Steueraufschlüsselung, Zahlungsbedingungen und Bankverbindung. Ein Feld gibt es nur bei diesem Anwendungsfall: die Leitweg-ID. Dieser Weiterleitungscode weist die genaue Behörde oder Kostenstelle im öffentlichen Sektor aus, an die die Rechnung gehen soll.

Lieferanten versenden XRechnungen nicht als E-Mail-Anhang. Sie reichen sie über eine dafür vorgesehene Eingangsplattform ein, etwa die bundesweite Zentrale Rechnungseingangsplattform (ZRE), ein Pendant auf Länderebene oder das Peppol-Netzwerk. Dort prüft das System die XML-Datei gegen das Schema, bevor es sie annimmt. Rechnungen, die diese Validierung nicht bestehen, gehen an den Absender zurück und landen nicht in einer Warteschlange zur manuellen Prüfung.

XRechnung vs. ZUGFeRD: Wo liegt der Unterschied?

Auf diese Frage brauchen die meisten Finanzteams tatsächlich eine Antwort. XRechnung und ZUGFeRD setzen beide die EN 16931 in Deutschland um, lösen aber unterschiedliche Aufgaben:

  • XRechnung ist reines XML und bettet kein sichtbares Layout ein. Das Format zielt auf die B2G-Rechnungsstellung und ist für Rechnungsempfänger der öffentlichen Hand in Deutschland verpflichtend.
  • ZUGFeRD ist ein Hybridformat: eine PDF/A-3-Datei, in die eine EN-16931-konforme XML-Datei eingebettet ist. Ein Mensch öffnet und liest das PDF, während die Software das XML für die automatisierte Verarbeitung ausliest.
  • ZUGFeRD unterstützt mehrere Profile, von BASIC bis EXTENDED. Eines davon bildet das Datenmodell der XRechnung so genau ab, dass es in einigen Bundesländern die B2G-Anforderungen erfüllt und sich zugleich für die gewöhnliche B2B-Rechnungsstellung eignet.
  • In der Praxis heißt das: Nutzen Sie XRechnung, wenn der Rechnungsempfänger reines strukturiertes XML über ein Behördenportal verlangt. Nutzen Sie ZUGFeRD, wenn eine für Menschen lesbare Rechnung neben den maschinenlesbaren Daten bevorzugt wird, etwa für B2B-Kunden oder für Empfänger der öffentlichen Hand, die das Hybridprofil akzeptieren.

Warum XRechnung für Debitoren- und O2C-Teams wichtig ist

Sobald auch nur ein Teil Ihrer Kunden aus deutschen öffentlichen Auftraggebern besteht, ist XRechnung nicht mehr optional, sondern verpflichtend. Ihre Rechnungen müssen diesem Pflichtformat entsprechen, damit sie rechtlich anerkannt und bezahlt werden. Schleichen sich schon bei der Rechnungserstellung Fehler bei Leitweg-ID, Steuerschlüsseln oder Referenznummern ein, weist das Portal die Rechnung zurück. Das verzögert die Zahlung, noch bevor die Rechnung überhaupt bei einem Freigebenden ankommt, und treibt Ihre DSO unmittelbar in die Höhe.

Wie viel die strukturierte E-Rechnung bringt, zeigt sich weiter hinten im Prozess. XRechnungen führen saubere, strukturierte Referenzdaten mit sich. Deshalb sind die Zahlungsinformationen, die von öffentlichen Auftraggebern zurückkommen, in der Regel vollständiger als ein typisches B2B-Zahlungsavis. Der automatische Zahlungsabgleich wird für dieses Forderungssegment dadurch verlässlicher, und weniger Rechnungen landen zum manuellen Abgleich auf einem Zwischenkonto.

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen deutschen B2B-Unternehmen strukturierte, EN-16931-konforme E-Rechnungen empfangen können (Empfangspflicht); die Pflicht, selbst E-Rechnungen auszustellen, greift erst später, gestaffelt nach Umsatz (2027 für größere Unternehmen, 2028 für die übrigen). Damit bleibt das kein Nischenthema des öffentlichen Sektors mehr. Finanzteams, die XRechnung und ZUGFeRD auf der B2G-Seite bereits sauber beherrschen, haben bei der B2B-Compliance einen Vorsprung. Auf der Debitorenseite sind sie zudem besser aufgestellt: Sie reduzieren Abzüge und Streitfälle aus fehlerhaften Rechnungsdaten und halten ihre Mahnwesen-Prozesse präzise, weil die Rechnungsstatusdaten eindeutig sind.

Eine KI-native Debitorenplattform wie Transformance erzeugt konforme XRechnungen aus vorhandenen Rechnungsdaten, prüft Leitweg-ID und Referenzfelder vor der Übermittlung und nutzt die strukturierten Zahlungsdaten der öffentlichen Auftraggeber für den automatischen Zahlungsabgleich in Vero. So sinkt der manuelle Aufwand, den die Formatkomplexität sonst verursachen würde.

Häufig gestellte Fragen

Ist XRechnung dasselbe wie ZUGFeRD?

Nein. XRechnung ist reines XML ohne sichtbares Layout und wird ausschließlich für die B2G-Rechnungsstellung in Deutschland genutzt. ZUGFeRD ist ein Hybridformat aus PDF und eingebettetem XML und lässt sich sowohl für B2B als auch für B2G einsetzen.

Wer muss XRechnung verwenden?

Jeder Lieferant, der Rechnungen an Einrichtungen der deutschen Bundesverwaltung stellt und je nach Landesrecht zunehmend auch an Landes- oder Kommunalbehörden, muss seine Rechnungen als XRechnung oder in einem anderen EN-16931-konformen strukturierten Format übermitteln.

Was ist eine Leitweg-ID?

Die Leitweg-ID ist eine Kennung innerhalb der XRechnung, die dem empfangenden Portal genau angibt, an welche Behörde oder Kostenstelle im öffentlichen Sektor die Rechnung gehen soll.

Kann ich weiterhin eine PDF-Rechnung an deutsche Behörden schicken?

In der Regel nein. Bei betroffenen B2G-Geschäften wird eine gewöhnliche PDF-Datei nicht akzeptiert. Die Rechnung muss als strukturierte XRechnung im XML-Format über einen zugelassenen Kanal übermittelt werden.

Gilt XRechnung auch für B2B-Rechnungen?

Nicht unmittelbar. Seit dem 1. Januar 2025 müssen jedoch alle inländischen deutschen B2B-Unternehmen strukturierte, EN-16931-konforme E-Rechnungen empfangen können; die Pflicht zum Ausstellen greift erst später, gestaffelt nach Umsatz (2027 für größere Unternehmen, 2028 für die übrigen). Viele Unternehmen nutzen dafür ZUGFeRD oder XML in der XRechnung-Syntax.

Wie übermittle ich eine XRechnung?

In der Regel über eine behördliche Eingangsplattform wie die bundesweite ZRE, ein Portal auf Länderebene oder das Peppol-Netzwerk, nicht per E-Mail.

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