Die Liquiditätsplanung in Dynamics 365 Finance ist ein guter Ausgangspunkt: Microsofts Arbeitsbereich verbindet Hauptbuch, Budget, offene Posten und Aufträge zu einer Prognose. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die Liquiditätsplanung in Dynamics 365 aufsetzen und mit KI um Signale aus dem Debitorenprozess ergänzen. Transformance CashPulse erreicht nach eigenen Plattformdaten eine Prognosegenauigkeit von 90 bis 95 % bei einem Horizont von bis zu 90 Tagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut Microsoft Learn berücksichtigt die Liquiditätsplanung in Dynamics 365 Finance Hauptbuch- und Budgetbuchungen, offene Debitoren- und Kreditorenposten sowie noch nicht fakturierte Aufträge.
- Wann eine Position liquiditätswirksam wird, richtet sich laut Microsoft Learn nach den Zahlungsbedingungen und einer Zeitspanne zwischen Fälligkeit und Zahlung, die sich je Kundengruppe überschreiben lässt.
- Finance insights ergänzt laut Microsoft Learn Prognosen in mehreren Währungen über juristische Personen hinweg, Szenariovergleiche per Snapshot und maschinelles Lernen über AI Builder.
- Signale aus dem Debitorenprozess wie Zahlungsavise, Streitfälle und Zahlungszusagen entstehen außerhalb des Hauptbuchs. Eine KI-Ebene wie CashPulse führt sie mit den ERP-Daten zusammen.
- Transformance CashPulse liefert nach eigenen Plattformdaten eine Prognosegenauigkeit von 90 bis 95 % bei einem Horizont von bis zu 90 Tagen; die erste 13-Wochen-Prognose steht nach zwei bis vier Wochen.
In diesem Artikel
- Das Wichtigste in Kürze
- Was bietet die Liquiditätsplanung in Dynamics 365?
- So arbeitet die native Prognose in Dynamics 365
- Welche Signale ergänzt KI in der Liquiditätsplanung?
- So bauen Sie eine präzise Liquiditätsplanung mit Dynamics 365 auf
- Wie wird Transformance CashPulse an Dynamics 365 angebunden?
- Ansätze für die Liquiditätsplanung mit Dynamics 365 im Überblick
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit
Was bietet die Liquiditätsplanung in Dynamics 365?
Dynamics 365 Finance enthält einen Arbeitsbereich für die Liquiditätsplanung, der künftige Zahlungseingänge und -ausgänge aus mehreren Quellen zusammenführt. Laut Microsoft Learn gehören dazu Hauptbuchbuchungen, Budgetregistereinträge, offene Debitoren- und Kreditorenposten, noch nicht fakturierte Verkaufs- und Einkaufsaufträge, Freitextrechnungen sowie Nachfrage- und Angebotsprognosen.
Mit Finance insights lässt sich die Prognose laut Microsoft Learn in mehreren Währungen und über juristische Personen hinweg darstellen. Szenarien vergleichen Sie per Snapshot (optimistischer, pessimistischer und wahrscheinlichster Fall), und die Zeitreihenprognose nutzt maschinelles Lernen über AI Builder.
Treasury- und Finanzteams haben damit eine belastbare, buchhalterisch saubere Basis. Noch genauer wird die Prognose mit dem Blick in den Debitorenprozess: Welche Zahlung ist bereits eingegangen, aber noch nicht zugeordnet? Welcher Abzug ist strittig? Welcher Kunde hat einen Zahlungstermin zugesagt? Diese Informationen entstehen im Zahlungsabgleich und im Forderungsmanagement. Genau dort setzt Transformance CashPulse an: mit 90 bis 95 % Prognosegenauigkeit bei einem Horizont von bis zu 90 Tagen und einer ersten 13-Wochen-Prognose nach zwei bis vier Wochen (Transformance-Plattformdaten).
Auch Business Central, das zweite ERP-System von Microsoft, bietet eine eigene Funktion für die Cashflow-Prognose. Den genauen Umfang prüfen Sie vor einem konzernweiten Rollout in der Business-Central-Dokumentation von Microsoft.
So arbeitet die native Prognose in Dynamics 365
Datenquellen und Prognosemodelle
Sie legen im Arbeitsbereich fest, welche Quellen in die Prognose einfließen, und lassen sie über einen gewählten Zeitraum laufen. Die Ergebnisse gruppiert das System nach Cashflow-Typen, etwa Kundenzahlungen, Lieferantenzahlungen oder Löhne und Gehälter. So sehen Sie die prognostizierten Zu- und Abflüsse je Kategorie und können Budgets mit Ist-Werten abgleichen. Voraussetzung ist ein diszipliniert gepflegtes Hauptbuch.
Regelbasierter Zahlungszeitpunkt
Drei Felder bestimmen nach Microsoft Learn, wann eine Position liquiditätswirksam wird: die Zeit zwischen Lieferdatum und Rechnungsdatum, die Zahlungsbedingungen und die Zeit zwischen Fälligkeit und Zahlung. Die letztgenannte Zeitspanne können Sie je Kundengruppe überschreiben. Die Standardberechnung arbeitet damit mit Zeitspannen je Kundengruppe.
Berechnung und Aktualisierung
Bevor Auswertungen verfügbar sind, muss der Berechnungsprozess der Liquiditätsprognose laufen, wahlweise als Gesamt- oder als inkrementelle Berechnung. Über die Automatisierung der Prognose planen Sie ihn als wiederkehrenden Stapelauftrag ein (Microsoft Learn). Der Stand der Prognose entspricht damit dem letzten Berechnungslauf, dessen Frequenz Sie selbst festlegen.
Welche Signale ergänzt KI in der Liquiditätsplanung?
Eine KI-gestützte Ebene ergänzt die ERP-Prognose um Informationen, die im Forderungsmanagement und im Zahlungsabgleich entstehen:
- Zahlungsavise und Zuordnungsstatus. Ob eine eingegangene Zahlung bereits einer Rechnung zugeordnet ist, zeigt der Zahlungsabgleich. ClearMatch erreicht dabei eine automatische Zuordnungsquote von 95 %.
- Streitfälle und Abzüge. Strittige Positionen verschieben den Zahlungszeitpunkt. Ihr Status fließt in die Prognose ein, sobald er erfasst ist.
- Zahlungszusagen. Legt sich ein Kunde auf ein Datum fest, ändert sich der erwartete Zahlungseingang. CollectPulse erfasst dreimal so viele Zahlungszusagen wie manuell arbeitende Teams.
- Zahlungsverhalten je Kunde. CashPulse nutzt die Zahlungshistorie und Saisonalität jedes Kunden aus Customer 360, dem Wissensgraphen je Kunde, mit dem der Agent Vero arbeitet.
Das Ergebnis ist eine Prognose, die zusätzlich zu den Buchungsdaten die Lage im Debitorenprozess abbildet. Wie sich Prognosen aus Debitorendaten ableiten lassen, beschreibt der Beitrag Cashflow-Prognose aus Debitoren.
So bauen Sie eine präzise Liquiditätsplanung mit Dynamics 365 auf
Sie müssen Dynamics 365 dafür nicht ersetzen. Mit diesen Schritten ergänzen Sie, was das ERP-System liefert:
- Starten Sie mit einer sauberen Basis. Ordnen Sie die Prognosemodelle den richtigen Konten zu und halten Sie die Budgetdaten aktuell.
- Planen Sie die Berechnung ein. Lassen Sie den Berechnungsprozess regelmäßig als Stapelauftrag laufen, damit der Stand der Prognose zu Ihrem Planungsrhythmus passt.
- Pflegen Sie die Zahlungsparameter. Hinterlegen Sie je Kundengruppe realistische Zeitspannen zwischen Fälligkeit und Zahlung.
- Binden Sie den Status des Zahlungsabgleichs an. So sehen Sie, welche Rechnungen zugeordnet, strittig oder noch offen sind.
- Ergänzen Sie Daten aus dem Forderungsmanagement. Zahlungszusagen und gebrochene Zusagen verändern die erwartete Zahlung sofort.
- Rechnen Sie Szenarien mit konkreten Maßnahmen durch. Etwa: „Was passiert, wenn wir die 20 größten überfälligen Konten priorisieren?“
- Prüfen Sie die Genauigkeit monatlich. Vergleichen Sie Prognose und Ist-Werte und leiten Sie daraus Anpassungen ab. Hinweise finden Sie im Beitrag Warum sind Cashflow-Prognosen so oft ungenau?
Wie wird Transformance CashPulse an Dynamics 365 angebunden?
CashPulse baut auf Dynamics 365 auf und ersetzt es nicht. Die Plattform verarbeitet die Live-Daten aus ClearMatch (Zahlungsabgleich) und CollectPulse (Forderungsmanagement) und liest Transaktionsdaten aus Ihrer Dynamics-Umgebung. Transformance verbindet sich mit SAP S/4HANA und ECC, Oracle, NetSuite und Dynamics.
CashPulse prognostiziert den Zahlungseingang auf Rechnungsebene: aus dem tatsächlichen Zahlungsverhalten jedes Kunden, aus Zahlungszusagen und aus dem Streitfallstatus. So sehen Sie, welche Rechnungen voraussichtlich pünktlich, verspätet oder strittig sind. ClearMatch ordnet 95 % der Zahlungen automatisch zu, in unter acht Minuten von Anfang bis Ende und mit 100 % Buchungsvalidierung. CollectPulse bearbeitet 100 % der überfälligen Rechnungen innerhalb von 24 Stunden und senkt den DSO im Schnitt um 8 bis 12 Tage. Diese Ergebnisse fließen direkt in die Prognose, denn eine Prognose ist nur so gut wie die Debitorendaten, auf denen sie beruht.
Ihre Buchungen bleiben im ERP-System; ein Vier-Stufen-Freigabemodell (lesen, empfehlen, ausführen, buchen) stellt sicher, dass ERP-Buchungen erst nach menschlicher Freigabe erfolgen.
Das Dashboard Cash Control Tower zeigt den Anfangsbestand der Liquidität, den erwarteten Zahlungseingang der nächsten 30 Tage, die gefährdete Liquidität und den prognostizierten DSO, aufgeschlüsselt nach Gesellschaft und Währung. Die Szenariosimulation knüpft an konkrete Maßnahmen im Forderungsmanagement an. So kann ein Treasury-Team durchspielen, wie sich die Priorisierung bestimmter Konten auf die Prognose der nächsten 30 Tage auswirken würde.

Die Prognosehorizonte betragen 30, 90 und 365 Tage; ein Modell deckt mehr als 20 Länder und mehr als 100 Treiber ab. Die erste 13-Wochen-Prognose steht nach zwei bis vier Wochen, ein Proof of Value für eine Gesellschaft nach vier bis fünf Wochen, und die gesamte Suite ist in bis zu acht Wochen eingeführt. Wer über den Monatsabschluss einsteigen möchte, beginnt oft mit dem Zahlungsabgleich und weitet den Einsatz anschließend auf die Prognose aus. Mehr zur Lösung finden Sie unter Liquiditätsplanung bei Transformance.
Ansätze für die Liquiditätsplanung mit Dynamics 365 im Überblick
Die Übersicht zeigt, welche Datenquellen die gängigen Ansätze nutzen und wofür sie sich eignen. Sie lassen sich kombinieren.
| Ansatz | Datenquelle | Geeignet für | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Native Liquiditätsplanung in Dynamics 365 Finance | Hauptbuch, Budget, offene Debitoren- und Kreditorenposten, Aufträge, Prognosen | Planung innerhalb des ERP-Systems, mit Finance insights auch in mehreren Währungen und über juristische Personen hinweg | Funktion von Dynamics 365 Finance; Finance insights wird gesondert aktiviert |
| Liquiditätsplanung in Excel | Exporte aus Hauptbuch und Debitorenbuchhaltung | Ad-hoc-Auswertungen und individuelle Modelle | Sofort einsetzbar |
| Treasury-Management-System | Bankguthaben, Zahlungsströme, Finanzierungsdaten | Steuerung von Banken, Zahlungsverkehr und Finanzierung | Je nach Anbieter und Umfang |
| Transformance CashPulse | Live-Daten aus ClearMatch und CollectPulse: Zahlungsabgleich, Streitfälle, Zahlungszusagen | Debitorengestützte Prognose mit 30-, 90- und 365-Tage-Horizont, ergänzend zum ERP-System | Gesamte Suite in bis zu acht Wochen |
Häufig gestellte Fragen
Verfügt Dynamics 365 Finance über eine integrierte Liquiditätsplanung?
Ja. Dynamics 365 Finance bringt einen Arbeitsbereich für die Liquiditätsplanung mit. Er berücksichtigt unter anderem Hauptbuch- und Budgetbuchungen, offene Debitoren- und Kreditorenposten sowie noch nicht fakturierte Aufträge. Mit Finance insights kommen Prognosen in mehreren Währungen, Szenariovergleiche und maschinelles Lernen über AI Builder hinzu.
Welche Daten fließen in die Liquiditätsplanung von Dynamics 365 ein?
Laut Microsoft Learn sind es Hauptbuchbuchungen, Budgetregistereinträge, offene Debitoren- und Kreditorenposten, noch nicht fakturierte Verkaufs- und Einkaufsaufträge, Freitextrechnungen, Nachfrage- und Angebotsprognosen, Projektprognosen und externe Datenquellen. Wann eine Position liquiditätswirksam wird, bestimmen die Zahlungsbedingungen und die Zeitspanne zwischen Fälligkeit und Zahlung, die Sie je Kundengruppe anpassen können.
Kann ich die Liquiditätsplanung in Dynamics 365 mit Debitorendaten aus dem Zahlungsabgleich ergänzen?
Ja. Eine Prognoseebene wie Transformance CashPulse wird über Standardschnittstellen an Dynamics 365 angebunden und nutzt zusätzlich Daten aus dem Zahlungsabgleich und dem Forderungsmanagement, etwa zugeordnete Zahlungen, Streitfälle und Zahlungszusagen. Das ERP-System bleibt dabei das führende Buchhaltungssystem.
Wie halte ich die Liquiditätsplanung in Dynamics 365 aktuell?
Planen Sie die Berechnung der Liquiditätsprognose als wiederkehrenden Stapelauftrag ein. Microsoft sieht dafür die Gesamt- und die inkrementelle Berechnung sowie die Automatisierung der Prognose vor. Der Stand der Prognose entspricht dann dem letzten Berechnungslauf.
Ersetzt eine zusätzliche Prognoseebene Dynamics 365?
Nein. Eine Ebene wie CashPulse arbeitet mit Dynamics 365 zusammen, statt es zu ersetzen. Sie liest Transaktions- und Debitorendaten aus und ergänzt die Prognose um Signale aus dem Debitorenprozess. Das ERP-System bleibt Ihr führendes System.
Wie schnell lässt sich CashPulse einführen?
Die erste 13-Wochen-Prognose steht laut Transformance nach zwei bis vier Wochen, die gesamte Suite ist in bis zu acht Wochen eingeführt. Ein Proof of Value für eine Gesellschaft ist in vier bis fünf Wochen möglich.
Fazit
Die native Liquiditätsplanung von Dynamics 365 liefert eine buchhalterisch saubere Grundlage. Ergänzen Sie sie um Daten aus Zahlungsabgleich, Streitfallmanagement und Forderungsmanagement, fließt auch der aktuelle Stand im Debitorenprozess in die Prognose ein: zugeordnete Zahlungen, Streitfälle und Zahlungszusagen. Möchten Sie sehen, wie das in Ihrer Dynamics-365-Umgebung aussieht? Dann buchen Sie einen Termin mit Transformance und lassen Sie es sich zeigen.




