Die Quick Ratio (auch Acid-Test-Ratio oder Liquiditätsgrad 2 genannt) misst, ob ein Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit seinen liquidesten Vermögenswerten decken kann, ohne Vorräte einzubeziehen. Sie ist eine konservativere Liquiditätskennzahl als die Current Ratio, da Vorräte ausgeklammert werden, die sich unter Umständen nicht kurzfristig in liquide Mittel umwandeln lassen.
Die Quick Ratio zählt zu den meistzitierten Liquiditätskennzahlen in der Finanzanalyse. Sie beantwortet eine entscheidende Frage: Kann ein Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten allein mit den liquidesten Mitteln begleichen, ohne dafür Vorräte zu veräußern? Kreditgebern, Investoren und Kreditanalysten zeigt eine gesunde Quick Ratio, dass ein Unternehmen über einen echten kurzfristigen Finanzpuffer verfügt und nicht nur über womöglich illiquides Working Capital. Finanzteams steuern mit ihr das Liquiditätsmanagement.
Die Standardformel lautet:
Quick Ratio = (Liquide Mittel + Marktgängige Wertpapiere + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) / Kurzfristige Verbindlichkeiten
Ein Rechenbeispiel: Ein Unternehmen hat fünf Millionen Euro liquide Mittel, zwei Millionen Euro marktgängige Wertpapiere, 18 Millionen Euro Forderungen und 20 Millionen Euro kurzfristige Verbindlichkeiten. Quick Ratio = (5 + 2 + 18) / 20 = 1,25. Auf jeden Euro kurzfristiger Verbindlichkeiten entfallen also 1,25 Euro an liquiden Mitteln. Das deutet auf eine solide kurzfristige Liquidität hin.
Manche Analysten rechnen auch aktive Rechnungsabgrenzungsposten zu den liquiden Mitteln. Die konservativere Variante berücksichtigt dagegen ausschließlich liquide Mittel, marktgängige Wertpapiere und Forderungen.
Die Benchmarks variieren je nach Geschäftsmodell und Branche:
Trends sind ebenso aussagekräftig wie absolute Werte. Sinkt die Quick Ratio, warnt das früh vor einer nachlassenden Liquidität, selbst wenn der absolute Wert noch akzeptabel ist.
Die beiden Kennzahlen dienen unterschiedlichen Analysezwecken:
Halten Unternehmen hohe Lagerbestände, etwa in Fertigung und Handel, klaffen Current Ratio und Quick Ratio weit auseinander. Dann sagt die Quick Ratio mehr aus. Bei Dienstleistern oder Abo-Unternehmen mit minimalen Lagerbeständen liegen beide Kennzahlen dagegen nahezu gleichauf.
Fehler 1: Die Qualität der Forderungen ignorieren. Forderungen zählen als liquide Mittel, weil man davon ausgeht, dass daraus im operativen Zyklus Zahlungseingänge werden. Überfällige oder strittige Forderungen lassen sich aber womöglich gar nicht eintreiben. Bereinigen Sie die Quick Ratio um die Forderungsqualität, gewinnt die Kennzahl deutlich an Aussagekraft.
Fehler 2: Statische Betrachtung. Die Quick Ratio zeigt nur eine Momentaufnahme. Wie sich der Wert über mehrere Quartale entwickelt, sagt weit mehr aus als jede einzelne Zahl.
Fehler 3: Branchenübergreifender Vergleich. SaaS-Unternehmen und kapitalintensive Fertigungsbetriebe arbeiten aus strukturellen Gründen mit sehr unterschiedlichen Quick Ratios. Vergleichen Sie deshalb nur innerhalb derselben Branche.
Fehler 4: Die Quick Ratio als Zielgröße behandeln. Wer die Quick Ratio hochtreibt, indem er überschüssige Liquidität hortet, verschwendet Kapital. Die richtige Quick Ratio ist der niedrigste Wert, der operative Sicherheit und die Einhaltung von Covenants gewährleistet.
Die Quick Ratio verbessert sich über drei operative Hebel:
Für B2B-Unternehmen lässt sich der Hebel auf der Debitorenseite operativ meist am besten umsetzen. Ihn adressiert die moderne Automatisierung der Debitorenbuchhaltung auch am direktesten.
Die Quick Ratio (auch Liquiditätsgrad 2 oder Acid-Test-Ratio genannt) zeigt, ob ein Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit seinen liquidesten Vermögenswerten decken kann, wobei die Vorräte ausgeklammert bleiben. Die Formel lautet (liquide Mittel + marktgängige Wertpapiere + Forderungen) geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten.
Der Name spiegelt wider, was die Kennzahl leistet: Sie stellt die liquidesten Vermögenswerte den sofort fälligen Verbindlichkeiten gegenüber und ist damit ein strengerer Maßstab als die Current Ratio. Die Bezeichnung „Acid Test“ (Säuretest) unterstreicht, wie konservativ diese Kennzahl misst, ob ein Unternehmen einen kurzfristigen Liquiditätsengpass übersteht, ohne Vorräte veräußern zu müssen.
Bei der Current Ratio teilen Sie sämtliche Umlaufvermögenswerte (einschließlich Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzungsposten) durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Quick Ratio berücksichtigt nur die liquiden Vermögenswerte (liquide Mittel, marktgängige Wertpapiere, Forderungen) geteilt durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Quick Ratio rechnet konservativer, weil sie die Vorräte ausklammert. Das trägt der Realität Rechnung, dass sich Vorräte womöglich nicht schnell zu Geld machen lassen.
Ein Wert über 1,0 signalisiert grundsätzlich, dass Sie die kurzfristigen Verpflichtungen allein aus liquiden Mitteln bedienen können. 1,0 bis 1,5 gilt für die meisten B2B-Geschäftsmodelle als gesund. Über 1,5 deutet auf einen soliden Liquiditätspuffer hin. Unter 0,5 signalisiert einen Liquiditätsengpass, den Sie genauer untersuchen sollten. Welcher Wert passt, hängt vom Geschäftsmodell ab: SaaS- und Abo-Unternehmen kommen mit niedrigeren Quick Ratios aus als eine kapitalintensive Fertigung.
Ja. Die Quick Ratio verbessert sich, wenn Sie Forderungen schneller einziehen (und so in liquide Mittel umwandeln), die kurzfristigen Verbindlichkeiten aktiv steuern (Zahlungsziele strategisch ausschöpfen) und Ihre Liquidität diszipliniert managen. KI-native AR-Plattformen senken den DSO in der Regel innerhalb von 90 Tagen um 8 bis 15 Tage. Dadurch verschiebt sich die Vermögensstruktur hin zu liquideren Bestandteilen und die Quick Ratio steigt.
Üblicherweise beziehen Sie sämtliche Forderungen ein. Aussagekräftiger wird es, wenn Sie die Forderungsqualität berücksichtigen und überfällige oder strittige Forderungen ausklammern, die sich womöglich nicht schnell in liquide Mittel umwandeln lassen. Die bereinigte Quick Ratio misst die tatsächliche kurzfristige Liquidität belastbarer als die unbereinigte Variante, besonders bei Unternehmen mit vielen Abzügen oder Streitfällen.