Welche Mahnstufen und Abstände funktionieren im B2B-Mahnwesen?

Ein B2B-Mahnwesen funktioniert, wenn das Zahlungsziel den Zeitplan vorgibt und das Kundensegment die Intensität: vor Fälligkeit erinnern, binnen 7 Tagen nachfassen, zwischen Tag 14 und 30 anrufen, zwischen Tag 30 und 60 förmlich mahnen. Matrix und Regeln folgen.
Staggered glass channels with timing rings to coral escalation points, B2B dunning cadence by customer segment

Das Wichtigste in Kürze

  • Zählen Sie jeden Kontakt ab Fälligkeit, nicht ab Rechnungsdatum; der erste Kontakt nach Fälligkeit kommt innerhalb von 7 Tagen, gleich bei welchem Zahlungsziel.
  • In einem australischen Feldexperiment erhöhte ein Erinnerungsschreiben die Zahlungswahrscheinlichkeit um rund 25 Prozentpunkte; ob es eine, zwei oder drei Wochen nach Fälligkeit kam, machte nach sieben Wochen keinen Unterschied (Gillitzer und Sinning, IZA, 2018; Zeitschriftenfassung 2020).
  • Veröffentlichte Tageszahlen sind Konvention, auch die Matrix auf dieser Seite: Testen Sie zwei Mahnrhythmen acht Wochen lang an vergleichbaren Kunden.
  • Das Gesetz verlangt höchstens eine Mahnung; ein Schuldner, der kein Verbraucher ist, kommt spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug (§ 286 BGB, aktuelle Fassung 2026).
  • CollectPulse von Transformance bearbeitet 100 % der überfälligen Rechnungen innerhalb von 24 Stunden, manuelle Teams schaffen 30 bis 40 % (Transformance-Kundendaten, 2026).

In diesem Artikel

Welche Mahnstufen und Abstände funktionieren bei B2B-Kunden?

Ein funktionierender B2B-Mahnrhythmus zählt ab Fälligkeit: vor Fälligkeit erinnern, binnen einer Woche nachfassen, zwischen Tag 14 und 30 anrufen, zwischen Tag 30 und 60 förmlich mahnen.

Mahnrhythmus nach Kundensegment (30 Tage netto; Tage ab Fälligkeit; eine Startregel, kein Richtwert)

SegmentVor / am FälligkeitstagErster Kontakt nach FälligkeitPersönlicher KontaktFörmliche MahnungWer und wie
Strategisch, gute Zahlungshistorie-5: Freigabe in der Kreditorenbuchhaltung des Kunden bestätigen+7 E-Mail an Kreditorenbuchhaltung und Einkauf+21 Anruf des Kundenbetreuers+45, vorher Kontakt auf LeitungsebeneForderungsmanager führt; Kundenbetreuer wird eingebunden
Mittelstand, berechenbar-3 E-Mail, E-Mail am Fälligkeitstag+7 E-Mail+14 Anruf des Forderungsmanagers+30 förmlich, +45 letzte MahnungSystem versendet -3 bis +7
Kleinkunden, geringe Salden-3 E-Mail, E-Mail am Fälligkeitstag+7 E-Mail+15 E-Mail oder automatisierter Anruf+30 förmlichAutomatisiert; schriftlich festgelegte Schwelle für Inkasso
Neukunde (erste 3 Rechnungen)-5: Eingang und Anlage in der Kreditorenbuchhaltung bestätigen+3 E-Mail+7 Anruf+14 bestimmt, +30 förmlichForderungsmanager ab der ersten verpassten Zahlung
Regelmäßiger Spätzahler, solvent-3 E-Mail, +1 E-Mail+7 Anruf für einen verbindlichen Termin+14 Anruf an diesem Termin+21 bestimmt, +30 förmlichZahlungszusage je Rechnung nachverfolgt
Strittige RechnungScheidet aus dem Mahnrhythmus ausKlärungsprozess startetVerantwortliche Person benanntNur der unstrittige TeilDispute- und Abzugsmanagement

Gezählt ab Fälligkeit, nicht ab Rechnungsdatum. Jede Zelle ist eine Gestaltungsentscheidung.

Ein Mahnrhythmus ist der Zeitplan aus Kanälen, Nachrichten und Verantwortlichen, der eine überfällige Rechnung von der Erinnerung vor Fälligkeit bis zur förmlichen Mahnung führt, gezählt ab Fälligkeit; die Mahnschreiben sind der schriftliche Teil des Mahnwesens.

Im Schnitt geben die befragten Führungskräfte in 20 europäischen Ländern an, dass 12,13 % ihrer Umsätze verspätet bezahlt werden, mehr als die 12,08 %, die sie für tragbar halten (Intrum, European Payment Report 2026, April 2026; 8.385 Führungskräfte).

Keine veröffentlichte Studie benennt einen optimalen Mahnrhythmus; die Matrix ist unsere Startregel, aufgebaut auf den unten beschriebenen Belegen und auf gängiger Praxis.

Rechenbeispiel (Beispielwerte, EUR). Eine Rechnung über 48.000 EUR vom 31. Oktober mit 30 Tagen Zahlungsziel wird am 30. November fällig. Die Zeile Mittelstand ergibt sechs Kontakte:

  • 27. November: Erinnerungs-E-Mail; 30. November: E-Mail am Fälligkeitstag.
  • 7. Dezember: erste E-Mail nach Fälligkeit (ist die Rechnung im nächsten Zahllauf?).
  • 14. Dezember: Anruf des Forderungsmanagers für eine datierte Zusage.
  • 30. Dezember: förmliche Mahnung; 14. Januar: letzte Mahnung von einer namentlich benannten verantwortlichen Person.

In der Debitorenaltersliste durchläuft diese Rechnung die Fälligkeitsklassen 1 bis 30 und 31 bis 60 Tage; der Mahnrhythmus bestimmt, was innerhalb jeder Klasse geschieht.

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Wie verändert das Zahlungsziel die Mahnabstände?

Ein längeres Zahlungsziel zieht die Prüfung vor Fälligkeit nach vorn und streckt die späteren Stufen; der erste Kontakt nach Fälligkeit bleibt innerhalb einer Woche, denn nach dem Fälligkeitstag ist die Rechnung überfällig.

ZahlungszielPrüfung vor FälligkeitErster Kontakt nach FälligkeitAnrufFörmliche MahnungLetzte Mahnung
15 Tage netto-2+3+7+14+21
30 Tage netto-3+7+14+30+45
60 Tage netto-7: Freigabe, Termin des Zahllaufs+7+21+45+60
90 Tage netto-14: Freigabe, Termin des Zahllaufs+7+30+60+90
Meilenstein oder EinbehaltAb Abnahme oder Freigabe des Einbehalts zählen, nicht ab Rechnungsdatum

Jede Zeile bekommt zusätzlich eine Nachricht am Fälligkeitstag. Die Tage sind unsere Gestaltung, kein Richtwert. Die Regel dahinter:

  • Prüfung vor Fälligkeit = Freigabevorlauf beim Kunden. Bei 15 Tagen netto reichen zwei Tage; bei 90 Tagen netto brauchen Sie zwei Wochen, um eine fehlende Bestellnummer vor dem Zahllauf zu klären.
  • Erster Kontakt nach Fälligkeit = höchstens 7 Tage (3 bei 15 Tagen netto). Eine stille Woche nach Fälligkeit ist eine Woche zinsfreier Kredit.
  • Spätere Stufen dehnen sich weniger als das Zahlungsziel. Die letzte Mahnung kommt bei 30 Tagen netto an Tag 45 und bei 90 Tagen netto an Tag 90, nicht an Tag 135.

Warum nicht den ganzen Ablauf für lange Zahlungsziele strecken? Das einzige gemessene Ergebnis zum Zeitpunkt zeigt: Frühere Erinnerungen führten zu schnellerer Zahlung, ohne dass der Anteil sank, der am Ende zahlte (Gillitzer und Sinning, IZA, 2018). Untersucht wurden Steuerschulden; die Studie stützt daher nur die Richtung.

Lange Zahlungsziele brauchen die frühere Prüfung, weil eine Rechnung, die nie im Freigabeprozess des Kunden angekommen ist (falsche Bestellnummer, fehlender Wareneingang), erst bei Überfälligkeit auffällt; das ist unsere Praxiserfahrung. Viele Kreditorenbuchhaltungen zahlen in wöchentlichen oder monatlichen Zahlläufen; fragen Sie deshalb beim Onboarding nach dem Kalender der Zahlläufe.

Wie unterscheidet sich das Mahnen je Kundensegment?

Das Segment entscheidet, wer handelt und wie nachdrücklich: Das System versendet die frühen Kontakte, ein Forderungsmanager ruft ab Tag 14 an, und bei strategischen Kunden schaltet sich der Kundenbetreuer ein, bevor förmlich gemahnt wird.

Segmente sind Regeln, keine Etiketten: Umsatz mit Ihnen, durchschnittliche Überfälligkeit in Tagen über 12 Monate und Rechnungshöhe, vierteljährlich überprüft. Wie Sie Rechnungen innerhalb eines Segments nach erwartetem Zahlungseingang ordnen, steht im Ratgeber Forderungsmanagement mit KI priorisieren.

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Der Kanal folgt der Stufe:

  • E-Mail für die frühen Kontakte, sofern sie ankommt (warum Mahnungen im Spam landen).
  • Telefon ab der Stufe des persönlichen Kontakts.
  • Das Lieferantenportal des Kunden, wo eines genutzt wird: Prüfen Sie dort den Rechnungsstatus, bevor Sie nachfassen.
  • Förmliche Mahnungen schriftlich, zur Dokumentation.

Ab der Stufe des persönlichen Kontakts übernimmt eine Person, und zwar sofort, wenn eine Antwort eine Reklamation enthält. Formulierungen je Stufe (hilfsbereit, direkt, bestimmt, förmlich) finden Sie in den Vorlagen für Mahn-E-Mails.

Ein Forderungsmanager führt 15 bis 20 Telefonate am Tag; der KI-Telefonagent von Transformance führt 15 bis 20 Telefonate pro Stunde in über 70 Sprachen (Transformance-Plattformdaten, 2026). 600 Kleinkunden-Rechnungen an Tag +15 anzurufen würde einen Forderungsmanager 30 bis 40 Arbeitstage kosten (Beispielrechnung); dieser Anruf lässt sich also automatisieren, während der strategische Anruf an Tag +21 beim Kundenbetreuer bleibt (Leitfaden zum KI-Telefonagenten).

Wer den CFO eines Kunden anrufen, Lieferungen sperren oder an ein Inkassobüro abgeben darf, gehört in eine Eskalationsmatrix. Konzerne halten eine gemeinsame Grundregel mit Abweichungen je Gesellschaft: siehe automatisiertes Mahnwesen im Konzern.

Was ist belegt, und was ist nur Konvention?

Belegt ist nur die Richtung: In einem australischen Experiment erhöhte eine Zahlungserinnerung die Zahlungswahrscheinlichkeit um rund 25 Prozentpunkte, und frühere Erinnerungen beschleunigten die Zahlung; jede Tageszahl ist Konvention.

Gillitzer und Sinning untersuchten steuerpflichtige Unternehmen mit bisher ordnungsgemäßem Zahlungsverhalten, die ihren Steuertermin am 26. Mai 2017 versäumt hatten. Die Fälle wurden per Zufall einem Erinnerungsschreiben eine, zwei oder drei Wochen nach Fälligkeit zugeteilt oder einer Kontrollgruppe, die während des siebenwöchigen Versuchs kein Schreiben erhielt (IZA Discussion Paper 11599, Juni 2018; Journal of Economic Behavior & Organization, 2020). Ein einfaches Schreiben erhöhte die Zahlungswahrscheinlichkeit um rund 25 Prozentpunkte. Ob es innerhalb dieser drei Wochen früher oder später kam, änderte nichts an der Zahlung binnen sieben Wochen nach Fälligkeit; frühe Schreiben führten zu schnellerer Zahlung.

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Die Grenzen: Steuerschulden gegenüber einer Behörde, Steuerpflichtige mit guter Zahlungshistorie, je ein Schreiben. Keine Quelle, die wir gefunden haben, misst, ob ein Anruf an Tag 14 besser wirkt als an Tag 10, ob drei E-Mails mehr bringen als zwei oder ob ein bestimmterer Ton die Zahlung verbessert.

Für eigene Belege fahren Sie acht Wochen lang zwei Mahnrhythmen innerhalb eines Segments, aufgeteilt nach gerader und ungerader Kundennummer, und vergleichen Zahlungsdauer, eingehaltene Zahlungszusagen, Antwortquote und eröffnete Reklamationen. Vergleichen Sie nie über Segmente hinweg.

Messen Sie den Mahnrhythmus an vier Zahlen: überfällige Rechnungen, die innerhalb von 24 Stunden bearbeitet wurden, eingehaltene Zahlungszusagen (wie KI Zahlungszusagen nachverfolgt), die durchschnittliche Überfälligkeitsdauer und den Collections Effectiveness Index. Die Formeln stehen im Überblick zu Prozessen und KPIs im Forderungsmanagement; siehe auch, wann die DSO täuscht und welche Kennzahl stattdessen hilft.

Manche Rechnungen sind wegen der Rechnung selbst überfällig (falsche Bestellnummer, fehlender Liefernachweis): siehe den Praxisleitfaden zum Senken der DSO.

Wann scheidet eine Rechnung aus dem Mahnrhythmus aus?

Eine Rechnung scheidet aus dem Mahnrhythmus aus bei einer Reklamation, einer datierten Zahlungszusage, einer Teilzahlung oder einer Stopp-Regel; jeder Ausstieg braucht eine verantwortliche Person und ein Rückkehrdatum.

  • Reklamation. Leiten Sie den strittigen Betrag mit einer namentlich benannten verantwortlichen Person in das Dispute- und Abzugsmanagement; der unstrittige Teil läuft weiter (Dispute Management mit KI).
  • Zahlungszusage. Setzen Sie alle Kontakte bis zum zugesagten Termin aus. Wird die Zusage gebrochen, geht es am nächsten Tag eine Stufe weiter.
  • Teilzahlung oder nicht zugeordnete Zahlung. Erst die Zahlung zuordnen, dann den Rest anmahnen. Ein Kunde, der bezahlt hat, darf nie eine Mahnung bekommen; deshalb läuft der Zahlungsabgleich vor dem Mahnlauf (Teilzahlungen und Abzüge).
  • Stopp. Über eine Liefersperre, geänderte Zahlungsbedingungen oder die Abgabe an ein Inkassobüro entscheidet eine Person, innerhalb von Grenzen nach Betrag, Gesellschaft und Kunde.
  • Keine Reaktion. Schweigen nach der förmlichen Mahnung ist ein eigener Fall: siehe wenn ein B2B-Kunde nicht auf Mahnungen reagiert.

Wie passen BGB, Mahnstufen und der SAP-Mahnlauf in den Mahnrhythmus?

Das Gesetz verlangt höchstens eine Mahnung: Nach § 286 BGB kommt ein Schuldner, der kein Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug.

Die Rechtslage in Kürze (gesetze-im-internet.de, aktuelle Fassung, abgerufen im Oktober 2026); Gesetzestext, keine Rechtsberatung:

  • „Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug.“ (§ 286 Abs. 1 BGB)
  • Der Mahnung bedarf es nicht, wenn für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist oder sich die Leistungszeit von einem vorausgehenden Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 und 2 BGB).
  • „Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet“ (§ 286 Abs. 3 BGB); gegenüber Verbrauchern gilt das nur, wenn die Rechnung besonders auf diese Folgen hinweist.
  • Bei Rechtsgeschäften, an denen kein Verbraucher beteiligt ist, beträgt der Verzugszins für Entgeltforderungen neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, dazu kommt eine Pauschale von 40 Euro (§ 288 Abs. 2 und 5 BGB); wie Sie die Verzugszinsen berechnen, steht im Ratgeber zu Verzugszinsen nach BGB.
  • Eine Vereinbarung, nach der die Zahlung erst mehr als 60 Tage nach Empfang der Gegenleistung (oder nach Zugang einer späteren Rechnung) verlangt werden kann, ist nur wirksam, wenn sie ausdrücklich getroffen und im Hinblick auf die Belange des Gläubigers nicht grob unbillig ist (§ 271a Abs. 1 BGB): wichtig für die Zeile 90 Tage netto.

Die Praxis ergänzt eine Stufenfolge, die das Gesetz nicht verlangt. Die IHK Dortmund schreibt, gesetzlich erforderlich sei nur eine einzige Mahnung, in der Praxis würden bis zu drei verschickt, und aus Beweisgründen empfehle sich das schriftliche Mahnen, weil die Beweislast beim Gläubiger liegt (IHK Dortmund, „Kaufmännisches Mahnen“, April 2021). Wie viele Mahnstufen Sie verwenden, ist eine unternehmerische Entscheidung.

MahnstufePraxis laut IHK (2021)Mittelstand, 30 Tage netto
Zahlungserinnerung (erste Mahnung)Höflich, keine Frist nötig+7 E-Mail
Zweite MahnungEtwa 14 Tage später, ausdrückliche Frist+14 Anruf, dann schriftliche Frist
Dritte und letzte MahnungNach weiteren etwa 14 Tagen, letzte Frist, gerichtliche Schritte angekündigt+30 förmlich, +45 letzte Mahnung
Mahnbescheid (gerichtliches Mahnverfahren)Nach Ablauf der letzten FristScheidet aus dem Mahnrhythmus aus; eine Person entscheidet

In SAP setzt der Mahnlauf das Raster in Mahnschreiben um. Ein Mahnverfahren, das im Debitorenstammsatz hinterlegt ist, umfasst bis zu neun Mahnstufen. Die Mahnstufe eines Postens richtet sich nach seinen Verzugstagen ab Nettofälligkeit und steigt jeweils nur um eine Stufe, sodass keine Stufe übersprungen wird. Karenztage halten einen Posten kurz nach Fälligkeit aus dem Mahnlauf heraus, werden aber nicht zu den Verzugstagen gezählt. Das Mahnintervall ist die Mindestzahl an Tagen, bevor ein Konto erneut gemahnt wird. Das Beispiel von SAP arbeitet mit Mahnstufen bei 7, 14, 21 und 28 Tagen, zwei Karenztagen und einem Mahnintervall von sieben Tagen (SAP Learning, Seite ohne Datum, abgerufen im Oktober 2026).

Ein eigener Mahnrhythmus je Segment bedeutet also ein eigenes Mahnverfahren, und bei sieben Tagen Mahnintervall verschickt der Lauf höchstens ein Schreiben pro Woche und Konto: Erinnerungen vor Fälligkeit, Anrufe und engere Kontakte liegen außerhalb des Mahnlaufs. Mehr dazu: Forderungsmanagement im deutschen Mittelstand.

Wie richten Sie Ihren eigenen Mahnrhythmus ein und automatisieren ihn?

Richten Sie einen Mahnrhythmus in sechs Schritten ein: segmentieren, an die Fälligkeit koppeln, Tage je Zahlungsziel festlegen, Verantwortliche und Kanäle zuordnen, Ausstiege definieren, dann acht Wochen lang messen.

Sechs Schritte zum eigenen Mahnrhythmus

  1. Segmentieren Sie Ihre Kunden nach Umsatz mit Ihnen, Zahlungshistorie und Rechnungshöhe.
  2. Koppeln Sie jeden Kontakt an die Fälligkeit, nicht an das Rechnungsdatum.
  3. Legen Sie die Tage je Zahlungsziel fest: früher erster Kontakt, längere Abstände bei längeren Zahlungszielen.
  4. Ordnen Sie jeder Stufe einen Kanal und eine verantwortliche Stelle zu: System, Forderungsmanager, Kundenbetreuer.
  5. Definieren Sie die Ausstiege: Reklamation, Zahlungszusage, Teilzahlung, Stopp.
  6. Fahren Sie den Mahnrhythmus acht Wochen lang, vergleichen Sie Zahlungsdauer und eingehaltene Zahlungszusagen je Segment, und justieren Sie nach.

CollectPulse von Transformance bearbeitet 100 % der überfälligen Rechnungen innerhalb von 24 Stunden, manuelle Teams schaffen 30 bis 40 %, und Vero übernimmt 60 bis 80 % der Routinekontakte (Transformance-Kundendaten, 2026). Der KI-Telefonagent gibt sich zu Beginn jedes Anrufs als KI zu erkennen.

Vero arbeitet mit Customer 360, einem Graphen je Kunde mit Zahlungshistorie, Zahlungszusagen, Reklamationen und Abzügen: dem Kontext, den ein Forderungsmanager vor jedem Kontakt braucht. Transformance-Kunden erhalten dreimal so viele Zahlungszusagen wie bei manueller Arbeit, und die DSO sinkt im Schnitt um 8 bis 12 Tage (Transformance-Kundendaten, 2026).

Tritt eine Ausnahme auf, etwa eine Minderzahlung, untersucht Vero sie anhand von Customer 360 sowie interner und externer Quellen und schlägt den nächsten Schritt mit Belegen vor; eine Person gibt frei, innerhalb von Schwellenwerten nach Betrag, Gesellschaft und Kunde.

Transformance liest offene Posten und Kundenstammdaten und schreibt Aktualisierungen zurück, einschließlich Stornos. SAP S/4HANA, SAP ECC, NetSuite, Dynamics 365 und Odoo sind bei Kunden im Produktivbetrieb; Oracle und Infor werden unterstützt. Die Einrichtung der ERP-Schnittstelle dauert in der Regel 2 bis 3 Tage; Ihr IT-Team ist unter Umständen beteiligt (Überblick über die ERP-Schnittstellen). Wenn Sie einen Mahnrhythmus an Ihrer eigenen Altersliste ausrichten möchten: Termin buchen.

Wer Transformance einsetzt

  • ERP: Finanzteams, die ihre Debitorenbuchhaltung in SAP S/4HANA (On-Premises, Private oder Public Cloud), SAP ECC, NetSuite, Microsoft Dynamics 365 Finance & Operations oder Business Central oder Odoo führen, alle bei Kunden im Produktivbetrieb; Oracle und Infor werden unterstützt.
  • Größe: Mittelstand bis Großunternehmen, 250 bis über 2.000 Mitarbeitende, auch Konzerne mit mehreren Gesellschaften und Shared Service Centern.
  • Zahlungsvolumen: von unter 1.000 bis über 100.000 Zahlungen im Monat.
  • Branchen: Fertigung, Konsumgüter sowie Lebensmittel und Getränke, Logistik, E-Commerce, Landwirtschaft, Energie und unternehmensnahe Dienstleistungen.
  • Umfang: nur Cash Application oder der gesamte Order-to-Cash-Prozess (Cash Application, Abzüge, Forderungsmanagement, Liquiditätsplanung).

Fazit: erst die Regeln festlegen, dann testen

Zählen Sie ab Fälligkeit, fassen Sie früh nach, lassen Sie das Zahlungsziel die späteren Stufen strecken und das Segment entscheiden, wer anruft. Behandeln Sie jede Tageszahl, auch unsere, als Hypothese, die Sie testen. Termin buchen.

Wichtige Begriffe

  • Mahnwesen: die Abfolge von Erinnerungen und Mahnungen zu überfälligen Rechnungen, mit steigender Bestimmtheit.
  • Zahlungsbedingungen: die vereinbarte Zahlungsfrist; die Uhr, an der jeder Mahnrhythmus hängt.
  • Überfällig: eine Rechnung, die bis zum Fälligkeitstag nicht bezahlt ist.
  • Zahlungszusage: der vom Kunden genannte Zahlungstermin; bis dahin ruht der Mahnrhythmus.
  • Eskalationsmatrix: wer in welcher Stufe übernimmt, mit welchen Befugnissen.
  • Fälligkeitsklasse: ein Altersband, etwa 1 bis 30 Tage überfällig, das die nächste Maßnahme bestimmt.

Weiterführende Ratgeber

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Häufig gestellte Fragen

Wie viele Mahnungen sollten Sie verschicken, bevor Sie eine B2B-Rechnung eskalieren?

Unsere Startregel sind drei bis vier schriftliche Kontakte über 30 Tage vor einer förmlichen Mahnung, festgelegt je Segment und Zahlungsziel in der Matrix oben; in Deutschland verlangt das Gesetz nur eine Mahnung.

Wann sollte eine Person die automatischen Erinnerungen übernehmen?

In der Stufe des persönlichen Kontakts: etwa an Tag 14 bei Mittelstandskunden, an Tag 21 bei strategischen Kunden und an Tag 7 bei Neukunden, und sofort, wenn eine Antwort eine Reklamation enthält.

Wie ändert sich der Mahnrhythmus bei 60 oder 90 Tagen Zahlungsziel?

Ziehen Sie die Prüfung vor Fälligkeit auf 7 bis 14 Tage vor dem Fälligkeitstag vor und strecken Sie die späteren Stufen, aber halten Sie den ersten Kontakt nach Fälligkeit innerhalb einer Woche, denn nach dem Fälligkeitstag ist die Rechnung überfällig, gleich bei welchem Zahlungsziel.

Wie viele Mahnungen verlangt das Gesetz, und wann ist ein Schuldner in Verzug?

Gesetzlich genügt eine Mahnung. Ein Schuldner, der kein Verbraucher ist, kommt spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug, ganz ohne Mahnung schon dann, wenn für die Zahlung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist (§ 286 BGB). Gesetzestext, keine Rechtsberatung.

Mit welchen ERP-Systemen arbeitet Transformance?

SAP S/4HANA (On-Premises, Private oder Public Cloud), SAP ECC, NetSuite, Microsoft Dynamics 365 Finance & Operations und Business Central sowie Odoo, alle bei Kunden im Produktivbetrieb; Oracle und Infor werden unterstützt. Die Einrichtung der ERP-Schnittstelle dauert in der Regel 2 bis 3 Tage; Ihr IT-Team ist unter Umständen beteiligt.

Für welche Unternehmen ist Transformance gemacht?

Für Teams in Mittelstand und Großunternehmen mit 250 bis über 2.000 Mitarbeitenden und von unter 1.000 bis über 100.000 Zahlungen im Monat, auch in Konzernen mit mehreren Gesellschaften und Shared Service Centern.

Wie lange dauert die Einführung, und was kostet sie?

Ein vollständiger Rollout dauert 4 bis 8 Wochen; ein Proof of Value läuft 4 bis 5 Wochen auf einer Gesellschaft. Die Kosten hängen vom Umfang (nur Cash Application oder der gesamte Order-to-Cash-Prozess) und von der Zahl der Gesellschaften ab: Termin buchen.

SAP, SAP S/4HANA, Microsoft, Dynamics 365, Business Central, Oracle, NetSuite, Odoo und Infor sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber (SAP SE, Microsoft Corporation, Oracle Corporation, Odoo S.A., Infor). Transformance ist mit diesen Unternehmen nicht verbunden und wird von ihnen nicht empfohlen.

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